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Reframing ...  Zusammenfassung
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Jede Wahrnehmung hat einen Bezugsrahmen. Ähnlich wie ein Bild, dessen Anmutung sich verändert, wenn es auf einen anderen Rahmen gezogen wird. Die Bedeutung, die ein Ereignis, eine Aussage oder ein Verhalten ha-ben, hängt deshalb von dem Kontext ab, den wir ihm geben. Beispiel: Das entrüstete Publikum des vorangegangenen Bei-spiels erliegt der Vorstellung einer liebenden Mutter und eines egoistischen Vaters, über die des Kindes und der Mutter stellt. Diese Vorstellung bildet den rahmen, in dem es die Information aufnimmt. Beispiel 60: Bezugsrahmen (1) Beispiel: Die Mutter ärgert sich über die Fußabdrücke ihrer Kinder auf dem Teppich. Die Fußabdrücke können bedeuten: "Niemand respektiert mich." Sie können aber auch bedeuten: "In meinem Haus ist Leben". Beispiel 61: Bezugsrahmen (2) Rdnr. 192. Der Bezugsrahmen wird durch die innere Einstellung mindestens ebenso geprägt, wie durch die äußeren Umstände. Zwar ist die Erhebung einer Kla-ge für den Kläger eher ein Zeichen für seine Hilflosigkeit . Trotzdem emp-findet der Beklagte die Ankündigung ?Wir sehen uns vor Gericht? eher als eine Drohung als einn Hilferuf. Wenn die Parteien in der Annrufung des Gerichts das Angebot einer Kon-fliktklärung erblicken sollen, dann bedürfen sie eines anderen Bezugsrah-mens und eventuell sogar einer anderen Erfahrung. Ein anderer Rahmen ergibt eine andere Bedeutung! Die zu einem Wechsel des Bezugsrahmens führenden Techniken beschrei-ben die Psychologen mit dem Begriff des Reframing. Frame bedeutet Rah-men. Reframing bedeutet, einen neuen Rahmen zu konstruieren und damit alten Dingen eine neue Bedeutung zu geben. So wie sich ein Bild neu rah-men lässt, kann auch ein Problem reframt werden. Dasselbe Ereignis be-kommt damit eine neue Bedeutung. Neue Reaktionen und neues Verhalten werden ermöglicht. Ein gutes Beispiel dafür, wie Reframing im Gerichtsver-fahren angewendet werden kann, liefert der bereits erwähnte Babysitterfall:

Beispiel (Babysitterfall): In einer Umgangssache erscheint die Kindesmutter etwas vor dem Gerichtstermin. Sie nutze die Ge-legenheit, den schon anwesenden Richter darüber zu informie-ren, dass sie eine allein erziehende Mutter sei. Es sei ihr als solche kaum möglich, das Haus zu verlassen. Sie habe keine Babysitter. Auch die Wahrnehmung des Gerichtstermins sei ihr kaum möglich gewesen. Die Interessenlage ist offenkundig. Das Interesse der Mutter ist auf eine Entlastung ihrer Auf-sichtspflicht gerichtet, das Interesse des Vaters richtet sich auf einen vermehrten Umgang. Eine win-win Lösung ließe sich da-durch herstellen, dass der Vater als Babysitter fungiert.
Das Reframing bezeichnet einen Prozess des Umdeutens, des Einnehmens einer neuen Perspektive. Die Wahrnehmung wird verändert. Eine neue In-terpretation wird ermöglicht. Die Technik des Reframing wird mit großem Er-folg in therapeutischen Kontexten angewendet. Auch im NLP ist sie bestens bekannt. Reframing ist ein sehr effizientes Mittel, Denkmuster, welche die Konflikte als festgefahren anfühlen lassen aufzuweichen und durch nützlichere zu ersetzen.


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[Aktualisiert: 21-05-2004]
[Verantwortlich: Arthur Trossen]
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