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Dualismus
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Zusammenfassung ...
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Die Einnahme der klassischen Streitpositionen führt zu sich gegenseitig ausschließenden, polarisierenden Perspektiven. So sieht eine um die alleinige elterliche Sorge streitende Mutter ihre Perspektive im Prozessgewinn. Zugleich definiert sie die Perspektive des Gegners im Prozessverlust. Die auf Rechtsfragen reduzierte Vorstellung der Parteien geht dahin, dass ein Kuchen zu teilen sei. Jede Seite beansprucht für sich das größere Stück. Die Parteien werden zu Kontrahenten. Die Sicht der Betroffenen wird auf eine dualistische Perspektive reduziert, deren einfache Formel lautet:
Wenn eine Partei obsiegt, wird die andere Partei zum Verlierer. Wenn die andere Partei verliert, wird die eine zum Sieger.
Das Ziel, einen Sieg davon zu tragen, korrespondiert mit der Strategie, den Anderen zum Verlierer zu machen. Diese Strategie geht mit folgender Feststellung einher:
Es ist leichter, den Anderen zum Verlierer zu machen, als sich selbst zum Sieger!
In dieser Erkenntnis zeigt sich das Wesen der Vernichtungsstrategie. Um einen Sieg davon zu tragen, kommt es nicht darauf an, die den Sieg rechtfertigenden Merkmale aufzuzeigen. Vielmehr genügt es, dafür zu sorgen, dass die gegnerische Partei Verlierer wird.
Tatsächlich setzen die Parteien den Gegner gerne in ein schlechtes Licht, weil sie glauben, sich selbst dadurch in einem besseren Licht darzustellen. Die aus einem dualistischen Denkansatz resultierende Strategie baut auf dem scheinbar zwingenden Gegensatz von Sieg und Niederlage, von Gut und Böse auf. Wenn die eine Partei zum Verlierer ist, wird die andere automatisch zum Sieger. Wenn die eine Seite gut ist, dann muss die andere schlecht sein. In diesem Glauben konzentrieren sich viele Parteien darauf, den Anderen zu vernichten, statt sich um die eigene Selbstdarstellung zu kümmern. |
Beispiel: Der Richter fragt die Antragstellerin in einem Sorgerechtsverfahren: 'Warum soll ich Ihnen das Sorgerecht übertragen?' Die Antragstellerin antwortet: 'Weil mein Mann sich nicht eignet'. Der Richter wiederholt seine Frage und drängt auf Antwort indem er darauf hinweist: 'Selbst wenn der Vater nicht als Sorgerechtsinhaber in Betracht kommt, muss ich wissen, warum Sie sich als Inhaberin des Sorgerechts eignen. Wir könnten ja auch daran denken, eine Vormundschaft einzurichten. Immerhin wirft Ihr Ehemann Ihnen ja auch vor, dass Sie sich nicht eignen...'. Im weiteren Verlauf des Gesprächs konnte die An-tragstellerin nur Nachteile des Vaters anführen. Sie hatte sich bis dahin noch keine Gedanken gemacht warum sie positiv dazu in der Lage sei, die elterliche Sorge auszuführen. |
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Leider sind wir derart in der dualistischen Denkweise verfangen, dass wir die in der Vernichtungsstrategie liegenden Risiken gerne übersehen. Risiken ergeben sich immer dann, wenn die Siegesstrategie den Gegner dazu veranlasst, sich selbst auf ein schädigendes Verhalten einzulassen. |
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