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Der Mensch lebt nicht allein auf der Welt. Deshalb ist die Bewältigung von Konflikten nicht isoliert von den Mitmenschen und der Umwelt des Konfliktbetroffenen zu beurteilen. Er pflegt Kontakte und Beziehungen auf eine Art und Weise, dass er sich mit anderen Menschen und Gruppen verflechtet. Die so entstehenden Beziehungsgeflechte sind Systeme. Da diese Systeme Einfluß auf die Handlungen und Einstellungen des einzelnen Menschen nehmen, sind sie auch für den Verlauf und die Abwicklung von Konflikten ausschlaggebend. Wie sich der Zusmamenhang von System und Individuum gestaltet, ist Gegenstand einer wissenschaftlichen Betrachtung, die sich mit dem Entstehen und der Funktionalität von Systemen befasst, die sogenannte Systemtheorie.
Systemtheorie
Systemtheorien beschreiben, wie Systeme sich strukturell und prozessual organisieren und wie sie sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Grundlage ist die Überlegung, dass Systeme wegen ihrer Komplexität, nicht durch einen einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang beschreibbar sind. Systeme funktionieren auf eine bestimmte, ihnen eigene Art und Weise und es ist nur möglich in der Beschreibung ihrerWirklichkeit nahe zu kommen, wenn man versucht ?Rückkopplungen und zirkuläre Vernetzungen zu beschreiben? (Barthelmess, 2001, S. 13). (Vgl. Barthelmess, 2001, S. 13)
Die Systemtheorie wird wissenschaftlich der Kybernetik zugeordnet. Das Wort entstammt dem Griechischen 'kybernetes' und wurde als Steuermann übersetzt. Mithin befasst sich die Kybernetik mit den Steuerungsmechanis-men innerhalb der Systeme. Heute werden die Themen der Kybernetik im technischen Bereich unter der Bezeichnung Regelungstechnik behandelt, während sie in den Geisteswissenschaften als Systemik vorgestellt werden. Bei der die Systemik beschreibenden Systemtheorie geht es um eine Menge von (eher vielen) Elementen, die in ihrer Verschiedenheit zusammenarbei-ten und als Ganzes ein bestimmtes Verhalten des Systems aufrechterhalten . Ein System ist immer ein Ganzes und wird demzufolge auch als eine Ganzheit betrachtet. Es ist immer in eine Umgebung eingebettet und besteht aus einzelnen, wohl unterscheidbaren Elementen (Objekten), die miteinander in einer Beziehung stehen und/oder aufeinander einwirken. Systeme können komplex geartet sein und aus weiteren Untersystemen bestehen. Andererseits können sie selbst wieder der Bestandteil eines größeren Gesamtsystems sein. Der äußerste Bereich der dem System nicht mehr logisch zugeordnet werden kann, ist die Umwelt. Untergeordnete Systeme heißen Subsysteme. Die Systeme, Subsysteme und deren Elemente können auf Grund ihrer Merkmale oder auf Grund ihres Verhaltens unterschieden werden . Da es sich bei der Systemtheorie um ein logisches Konstrukt handelt, kann sie die unterschiedlichsten Phänomene erklären. Die Beschreibung des Legoprinzips ist bei-spielsweise ein Ausfluss dieses systemischen Denkens . Dort wurde der Mensch als System und seine Eigenschaften als Elemente des Systems be-zeichnet. Bezogen auf das übergeordnete System der Familie, sind die Men-schen nur noch Subsysteme.
Alle Systeme beeinflussen sich wechselseitig. |