Zielgegenstände
Nach ihrem Gegenstand differenziert gibt es folgende Ziele
- Positionsorientierte Ziele
Außerhalb des Prozesses wird die Durchsetzung bzw. die Verteidigung der Position zum Ziel deklariert. Innerhalb des Prozess ist der prozes-suale Sieg das erklärte Ziel. Bei der positionsorientierten Sichtweise geht es vordergründig darum, die durch einen Anspruch repräsentierte Position durchsetzen. Die Problemlösung steht demgegenüber im Hintergrund.
- Problemorientierte Ziele
Hinter dem prozessualen Ziel verbergen sich sachliche Anforderungen, die sich über Problemstellungen spezifizieren lassen. Die Prob-lemlösung steht im Vordergrund. Der Sieg oder die Niederlage spielen eine untergeordnete Rolle, wenn das Problem als gelöst angesehen werden kann. Die Problemlösung ist nicht immer mit einer Konfliktlösung gleichzusetzen.
- Interessenorientierte Ziele
Hinter jedem Streit verbirgt sich ein Interesse. Die Parteien erwarten, die Befriedigung dieses Interesses. Die interessenorientierten Ziele gehen deshalb über die positionsorientierten und die problemorientierten Zielsetzungen hinaus, indem sie auf die Zufriedenheit abstellen.
Zieleigenschaften
Nach ihren Eigenschaften differenziert gibt es folgende Ziele
- Bestimmte (bestimmbare) Ziele
Das Ziel ist genau definiert und in all seinen Konsequenzen vorstellbar.
- Unbestimmte Ziele
Manchmal hat es den Anschein, als stünde die Partei nicht hinter dem erklärten Ziel. Die Ursache kann Unsicherheit sein oder Unklarheit über die Zielvereinbarung. Besonders die unbewussten, emotionalen Komponenten ergeben unklare Zielvorgaben. Ziele, über die niemand (gerne) spricht, Ziele im Tabu. Wer ist schon in der Lage, zuzugeben, dass es ihm um soziale Rehabilitation, um Genugtuung, um die Be-friedigung der Wut, des Hasses und der Angst geht.
- Kurzfristige Ziele
Im Vordergrund stehen zeitliche Aspekte. Der Partei kommt es darauf an, kurzfristige Ergebnisse zu erfahren. Inhaltlich ist sie bereit, Abstriche zu machen.
- Langfristige Ziele
Im Interesse der Nachhaltigkeit sucht die Partei nach langfristig wirk-samen Lösungen.
- Dynamische Ziele
Die Ziele nehmen Veränderungen in Kauf oder sind sogar explizit auf Veränderung ausgerichtet.
- Bewahrende Ziele
Möglicherweise orientiert die Partei ihr Ziel aber auch daran, Verände-rungen zu verhindern und den Status quo zu bewahren. In diesem Fall verwirklicht sie ihr Ziel, indem sie alle auf Veränderung wirkenden Ini-tiativen niederschlägt.
- Produktive Ziele
Sie unterstützen den Prozess und versuchen ein schnelles Ergebnis herbeizuführen.
- Unproduktive Ziele
Kontraproduktive Ziele sind darauf angelegt, den Prozess zu stören oder im Vorfeld zu verhindern.
Das wichtigste Ziel
Die Vielfältigkeit der sich teilweise widersprechenden Zielsetzungen erfordert einen Abgleich. Ohne einen solchen Abgleich ist mit Zielkonflikten zu rechnen. Viele dieser Zielkonflikte lassen sich auflösen (vermeiden), indem die Ziele nach Prioritäten geordnet werden. Welches ist das wichtigste Ziel, auf das sich alle Parteien verständigen können? Instrumente, die Ihnen helfen Etappenziele zu vereinbaren sind das Lösungspentagramm und das Zielpentagramm.
Zielpentagramm
Lösungspentagramm
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