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Konflikte stehen einerseits für Fortschritt und konstruktive Veränderungen. Andererseits bedeuten sie Unannehmlichkeiten, Stress, Leistungsverlust und Zerstörung. Konflikte sind überwiegend mit negativen Erfahrungen verbunden. Die Beantwortung der Frage, wie Streithans mit Konflikten umgeht, wie sehr sie ihm nutzen oder schaden hängt ganz maßgeblich von ihm selbst ab. Die Begriffsdefinition ist schwieriger als erwartet. Wir nähern uns ihr deshalb über die Abgrenzung zu ähnlichen Instituten.
Abgrenzung zu ähnlichen Phänomenen wie Konflikte
Was ist ein Konflikt? Ehe wir uns an die schwierige Definition des Begriffs heranwagen, versuchen wir uns durch die Abgrenzung zu verwandten Erscheinungen Klarheit zu verschaffen.
- Auseinandersetzung
Ein Konflikt ist KEINE Sachauseinandersetzung. Unter einer Sachauseinandersetzung verstehen wir den Disput über ein Thema, der auf der rationalen Ebene (nicht emotionell) ausgetragen wird.
- Streit
Im Eifer des Gefechts kann sich der Disput durchaus zum lautstarken Streit erheben. Sicherlich sind die streitenden Parteien emotionalisiert. Sie sind jedoch nicht betroffen oder verletzt.
- Dilemma
Zwangslage, Situation, in der sich jemenad befindet, wenn er zwischen zwei in gleicher Weise schwierigen od. unangenehmen Dingen wählen soll oder muß 4)
- Konflikt
Erst dann, wenn die Auseinandersetzung zu einem Zerwürfnis führen kann, sprechen wir von Konflikten.
Nicht jeder Streit ist ein Konflikt. Was aber genau ist ein Konflikt?
Definitionsversuch
- Semantisch
Das Wort ,Konflikt´: kommt von dem lateinischen Substantiv conflictus, und bedeutet ganz allgemein so viel wie das Aneinanderschlagen, der Zusammenstoß im weiteren Sinne, Kampf, Streit.
- Umgangssprachlich
Im täglichen Gebrauch beschreibt das Wort nahezu jede Form einer schwierigen, kaum lösbar scheinenden Fragestellung. Ein 'Entscheidungskonflikt' beispielsweise beschreibt die innere Auseinandersetzung einer einzelnen Person bei der Entscheidungsfindung.
- Wissenschaftlich
In der Wissenschaft gibt es keinen einheitlichen Konfliktbegriff1) Es wird sogar die Auffassung vertreten, eine Definition sei untunlich, weil es sich um ein Phänomen handele, das sich unter verschiedenen Perspektiven immer wieder anders zeige. Dementsprechend soll es uns 'nur' darum gehen, den 'Konflikt' als ein typisierbares Phänomen zu identifizieren. Diese Identifikation ist eine Voraussetzung für das Management und die Behandlung von Konflikten. Nach einer vereinfachten, auf HESSE und SCHRADER1) zurückzuführenden Definition tangiert ein Konflikt immer mehrere Ebenen. Die soziale und die psychische Ebene ebenso wie die im Kapitel -> Kommunikationsebenen näher vorgestellte Sach- und Beziehungsebene. Die Konflikte finden in verschiedenen (Lebens-)bereichen aus verschiedenen Anlässen statt siehe auch 'Konfliktarten'. Eines ist ihnen jedoch gemeinsam. Es geht nicht um die bloße Auseinandersetzung auf der Sachebene (Sachauseinandersetzung). Es geht immer zugleich um eine psychologische oder soziale Betroffenheit.
- Maßgeblich
Die für die folgenden Ausführungen verwendete Definition des Begriffs 'Konflikt' lautet
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