Prof. Dr. Christian Pfeiffer plädierte in einem Vortrag im OLG Celle zum Thema "Justiz und Öffentlichkeit" am 20.03.02 für die Erweiterung des Produktportfolios der Justiz. Er führte aus:
Zum Bereich Produkte und Dienstleistungen gehört auch die Überprüfung, ob das traditionelle Portfolio der Justiz ausreicht. Als innovativ auf die stetig zunehmenden und sich wandelnden Anforderungen reagierend, qualitätsbewusst und den Rechtssuchenden zugewandt kann sich die Justiz darstellen, indem sie ihr herkömmliches Konfliktlösungsangebot in geeigneten Fällen um Mediation erweitert.
Die Erweiterung des Produktportfolios impliziert die Auffassung, dass die bestehenden Produkte der Justiz - gemeint ist die Streitbeilegung durch eine rechtliche Entscheidung - unzureichend seien.
Der Gedanke an ein neues Produkt, nämlich die Einführung der Mediation in der Justiz, würde voraussetzen, dass die vorhandenen Produkte nicht mehr dem Bedarf der Nachfrage entsprächen und auf diese auch nicht anzupassen sind.
Diese Auffassung möchten wir integrierende Mediatoren nicht ohne weiteres teilen!
Nach den Erfahrungen der integrierten Mediation können die forensischen Verfahren durchaus in einer Art und Weise abgewickelt werden, dass sie eine höhere Akzeptanz und Zufriedenheit in der Bevölkerung erzielen. Der Weg dorthin ist die Integration der Mediation innerhalb der Erkenntnisverfahren.
Sowohl die Erfahrungen im Altenkirchener Modell [1] wie auch die des Cochemer Modells [2] belegen, dass die Justiz bei geringerem Aufwand besser akzeptierte Ergebnisse erzielen kann, ohne dass sie zu den Mediatoren auf dem freien Markt in Konkurrenz treten muss.
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