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Seit März 2004 läuft im Bezirk des OLG Koblenz unter der Leitung von OLG Präsident Dr. Heinz Georg Bamberger ein Projekt "integrierte Mediation in Familiensachen", in dem es um die Anwendung der Mediation (mediativer Elemente) innerhalb der gerichtlichen Güte- und Erkenntnisverfahren geht.
Besonderheit
Im Gegensatz zu anderen Modellprojekten zur Mediation basiert das Koblenzer Projekt auf der Idee, den Konflikt bereits im Erkenntnisverfahren anzunehmen und nicht zu warten. Ähnlich der Montessouri Idee, sieht sich die als Wegbereiter. Sie zielt darauf ab, die Selbstheilungsressourcen der Streitparteien zu fördern stat sie durch eine Fremdregulierung ihres Streites zu unterdrücken.
In der Zeit von März 2004 bis Juli 2005 fand eine Ausbildung von 21 teilnehmenden Familienrichtern und -richterinnen statt. Das Ausbildungskonzept geht auf Erkenntnisse der integrierten Mediation zurück. Erfahrungen des vernetzten Arbeitens in so genannten Arbeitskreisen Trennung und Scheidung wurden einbezogen, ebenso wie Erkenntnisse über die Einbeziehung lösungsorientierter Gutachten. Das Ausbildungskonzept wurde von Arthur Trossen und Eberhard Kempf in Abstimmung mit Jürgen Rudolph und Dr. Bamberger und vielen anderen entwickelt.
Evaluation
Ab Juli 2006 ist die Evaluation des Projektes durch Prof. Dr. Roland Hofmann und Prof. Dr. Neuert in Abstimmung mit dem eigens dafür eingerichteten Beirat aufgenommen worden. Die Evaluationsphase soll 3 Jahre dauern. Sie soll eine Aussage über die Zufriedenheit der Parteien, der RichterInnen und der sonstigen am Projekt beteiligten Professionen ergeben und natürlich aufweisen, ob durch die integrierte Mediation ein Einsparungspotenzial ermöglicht wird.
Schon jetzt belegt eine Studie über das Projekt eine spürbare Steigerung der Zufriedenheit der Richterinnen und Richter. Aussagen wie:
"Ich kann jetzt besser schlafen und träume nicht mehr von den Fällen" oder
"Ich würde nie mehr so verfahren wie vorher"
"Die Parteien kamen zu mir und haben sich persönlich bedankt. Das war vorher noch nie der Fall"
sprechen für sich. Die RichterInnen haben das Gefühl, bessere Ergebnisse zu erzielen und das ist ihnen wichtig. Bessere Ergebnisse machen sie an der Zufriedenheit der Parteien fest (der zu behandelnden Familien).
Unsere Redaktion hat auf der Vereins-Web-Site alle Justizmodelle (soweit bekannt) aufgelistet, in denen mediative Verfahrensweisen eine Rolle spielen, um so eine Abgrenzung zu anderen Projekten durchführen zu können.
Unter diesen Projekten finden Sie eine ausführliche Beschreibung der "Koblenzer Praxis" sowie der in dem Zusammenhang geförderten Arbeitskreise Trennung und Scheidung.
Es gibt bereits eine Fülle von Veröffentlichungen zu dem Koblenzer Projekt. Lesen Sie dazu bitte die Übersicht über die Veröffentlichungen der Fachpresse
Die bisher wichtigsten Veröffentlichungen über das Justizprojekt sind:
| | 04-05-2005 Lit-Med
Trossen beschreibt ein Spagat, den kaum jemand für möglich hält. Es gibt immer mehr Belege für eine erfolgreiche Kombination des forensischen Verfahrens mit der Mediation. Gegensätze ziehen sich an, sagt man. Warum soll das nicht auch für die Verfahren der Konfliktlösung gelten - oder ist die Mediation gar nicht so ein Gegensatz zum Gerichtsverfahren?
Abgedruckt in ZKM 2005
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| | 01-01-2005 Andere Wege der Streitbewältigung "Andere Wege der Streitbewältigung" so lautet der Beitrag von Präsident des Oberlandesgerichts Dr. Heinz Georg Bamberger zur Festschrift aus Anlass des 125-jährigen Bestehens von Amtsgerichten in Rheinland-Pfalz, in dem das Justizprojekt "integrierte Mediation" dargestellt wird.
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| | 03-09-2005 Biotop Altenkirchen Über das Modell der integrierten Medation in Gerichtsverfahren. Der Beitrag ist nachzulesen unter Mediation-Online.de - Arthur Trossen, Eberhard Kempf, Mediationsreport 1/2000 [ LINK ] |
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| | 04-09-2006 Aktion: Koblenzer Praxis Die erste Studie über das Justizprojekt in Koblenz ist jetzt erschienen. [ Mehr ] |
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