Erste Anhaltspunkte ergibt die Begrifflichkeit. Mediation kommt aus dem Lateinischen und wird mit "Vermittlung" übersetzt.
Das ist ein erster Anhaltspunkt, denn ganz sicher ist die Mediation eine Form der Streitvermittlung. Allerdings ist die auf ein Wort beschränkte Übersetzung noch viel zu ungriffig. Vermittlung kann alles Mögliche sein. Vermittlung ist keinesfalls immer gleichbedeutend mit der Mediation. Somit wird deutlich, dass es sich bei der Mediation um eine Erscheinungsform der Streitvermittlung handelt.
Im Unterschied zur Schlichtung und zur Entscheidung besteht die Leistung des Dritten darin, die Parteien bei der Suche nach einer eigenständlichen Konfliktlösung zu unterstützen. Mithin ist Mediation folgendes:
Mediation ist eine Form der Streitvermittlung.
Der Mediator unterstützt die Medianden dabei, selbst
eine Lösung ihrer Probleme zu finden.
Wie soll das funktionieren?
Sicherlich haben die Streitparteien schon viele Versuche hinter sich gebracht, eine Regelung zu vereinbaren, die den Konflikt lösen könnte und an die sich auch jeder halten kann. Aber die Gespäche sind immer eskaliert. "Mit dem kann man doch gar nicht reden" wissen sich die Parteien gegenseitig vorzuwerfen. Was soll da ein Mediator noch bewegen können?
Tatsächlich sind die Chancen miteinander zu reden auch dann noch recht hoch, wenn die eigenen Bemühungen gescheitert sind. Das hängt mit Gesetzmäßigkeiten der Kommunikation zusammen. Die konfliktbedingte Wahrnehmung hindert die Streitparteien oft daran, sich zu verstehen. Ihr Verständnis voneinander beschränkt sich auf Vorwürfe, Verletzungen und Zurückweisungen. Die Streitparteien haben Mauern um sich aufgebaut, die den Blick auf die Interessen und Möglichkeiten verwehren.
Mit der Unterstützung eines Dritten und etwas
gutem Willen kann durchaus ein Verständnis für
die Konfliktlage als Voraussetzung für eine konstruktive
Konfliktlösung vermittelt werden!
Wie dies geschieht, verdeutlicht die Zeichnung des Karikaturisten Phillipp Heinisch. Mit der Unterstützung des Mediators können die Maueren wieder transparent werden. Er kennt sich mit Konflikten aus und weiss wie Menschen in solchen Situationen reagieren und worauf sie achten - oder eben nicht achten. Der Mediator vermittelt die Aussagen der Streitparteien auf eine Weise, die der jeweiligen Gegenseite besser zugänglich und verständlich wird. Die dadurch von den Streitparteien zu gewinnenden Sichtweisen und Erkenntnisse sind immer ein ausreichender Nährboden für neue, und meistens bessere Lösungen, als erwartet.
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