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Der Faktor Beziehung! Ein Maßstab für die Streitbereitschaft? 

Zusammenfassung

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Fundstellen
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Gastautor
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Der Streit unter den Parteien kann der Ausdruck einer engen Beziehung sein. Nicht umsonst besagt das Sprichwort: "Streiten verbindet". Streit entsteht vornehmlich dort, wo zwischen den Partnern eine gewisse Nähe und Vertrautheit existiert, wo der eine Partner Wert auf die Wertschät-zung des Anderen legt, wo die Geringschätzung des anderen als Verletzung verstanden wird, wo ein gegebenenfalls unbewusstes Interesse an der Aufrechterhaltung der Beziehung besteht.
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Es gibt verschiedene Qualitäten einer beziehung. Dis Psychologen unterscheiden zwei grundlegende Modelle von Paarbeziehungen. Die komplementäre und die symmetrische Beziehung [1]. Je mehr die Beziehungen ineinander verwoben sind, desto schwieriger ist es, sie wieder auseinander zu dividieren. Es gilt der Grundsatz:

Menschen, die sch gleichgültig sind, streiten nicht.
Sie ignorieren sich einfach

Natürlich kann ein Streit auch zwischen fremden Menschen entstehen. Dann besteht aber wenigstens ein gemeinsames sachliches Interesse, worüber eine sachliche Nähe hergestellt wird. Streit ist nur möglich, wo Nähe vorhanden ist! Streit bedeutet nicht nur den Wunsch, den Partner anzugreifen oder zu verletzen. Streit ist zugleich ein Ausdruck von Nähe und gegenseitigem Interesse. Ein Umstand, der in der Abwicklung von Trennungs- und Scheidungskonflikten durchaus als streitmildernd anzusetzen ist. Wir werden noch auf die unterschwelligen Botschaften in unserer menschlichen Kommunikation ein-gehen. Eine dieser unterschwelligen Botschaften des Streitens lautet: "Du stehst mir in irgendeiner Form nahe, sonst würde ich nicht mit Dir streiten."