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Von integrierter Mediation sprechen wir immer dann, ...
... wenn die Mediation nicht als isoliertes Verfahren
sondern als eine, in andere Verfahren integrierte,
Verfahrensweise ausgeführt wird.
- Viele sagen: "Das machen wir doch schon immer, was ist das Besondere?"
- Andere fragen: "Wo ist der Unterschied zur (reinen) Mediation?"
- Wieder andere meinen: "Das ist keine Mediation"
Die unterschiedlichen Ansichten sind verwirrend nicht wahr? Noch verwirrender ist es, wenn Sie sich vorstellen, dass all diese Zitate recht haben und trotzdem keines von ihnen der vollen Wahrheit entspricht. Ist das nicht Grund genug, sich mit der integrierten Mediation einmal etwas näher zu befassen?
Das unmediative Land
Die Auflistung der verfügbaren Konfliktlösungsverfahren hat die Fülle von Möglichkeiten einer Konfliktlösung aufgezeigt. Der Versuch, diese Verfahren in eine Ordnung zu bringen, ergab die strategische Bedeutung der einzelnen Verfahren und eine Einteilung in Verfahren, die eine konfrontative Strategie präferieren und solche, die auf eine kooperative Strategie angewiesen sind. Festgestellt wurde auch, dass der Konflikt nur relativ selten in den strategischen Reinformen geführt wird. Es gibt erhebliche Wechsel zwischen der Konfrontation und der Kooperation, aus denen sich ein Potenzial für die eine oder die andere Strategie entfaltet [1]. Ich bezeichne diesen Bereich als Potenzialbereich!
Von der Konfrontation zur Kooperation
Die integrierte Mediation nutzt den Potanzialbereich, um den Betroffenen die Mediation als Chance einer Konfliktlösung nahe zu bringen. Sie will den Weg in die kooperative Streitbewältigung erleichtern. Ein Weg, der in der Konfrontation beginnt.
Die konfrontative Streitbewältigung nimmt noch immer den größten Teil der Konfliktlösungsverfahren ein. Je erbitterter der Streit verläuft, desto schwieriger ist die Mediation zu erreichen. Dies liegt einerseits an ihren hohen Anwendungsvoraussetzungen und andererseits an ihrer Positionierung als ein eigenständiges Verfahren. So ist die gerichtsnahe Mediation nichts anderes als ein reines Mediationsverfahren, das aus einem reinen Gerichtsverfahren heraus ausgerufen wird. De facto handelt es sich um eine vermittelte reine Mediation.
Ausführungen zur Mediation
Mediation fühlt sich im konfrontativen Umfeld anders an
Eine sich auf den Konflikt einlassende Verfahrensweise versucht das Potenzial zum Wechsel der Konfrontativen in kooperative Strategien aus sich selbst heraus zu unterstützen. Die integrierte Mediation hat eigene Konzepte entwickelt, die als Migrationsstrategie bezeichnet werden. Sie definieren die Bedingungen, unter denen die Veränderung der strategischen Verfahrensausrichtung und damit die Bereitschaft zur Mediation aktiv zu unterstützen sind.
Inhaltlich ist die integrierte Mediation nichts anderes als eine Mediation im konfrontativen Umfeld. Natürlich verändert die Mediation unter diesen Anwendungsbedingungen ihre Erscheinungsform. Die integrierte Mediation umfasst deshalb das gesamte Wissen und die gesamte Kompetenz der reinen Mediation, angereichert um die Migrationskompetenz. Plakativ lässt sich integrierte Mediation mit der Formel umschreiben:
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+ konventionelle Kompetenz + Kompetenz der Mediation + Migrationskompetenz = integrierte Mediation |
Wenn Sie den Ausführungen im Kapitel Evolution folgen und die Mediation als Auslöser eines dialektischen Prozesses ansehen, bildet die integrierte Mediation die denknotwendige Weiterentwicklung, die Elemente beider Verfahren zu einer neuen Verfahrenskompetenz vereinigt
Angepasste Standards und neue Definitionen
Selbstverständlich kommt auch die integrierte Mediation nicht ohne die Standards der Mediation aus, die auch insgesamt anerkannt werden. Soweit die Mediation im konfrontativen Umfeld durchgeführt wird, bedarf es jedoch einiger Anpassungen.
Die reine Mediation geht davon aus, dass die Definitionsmerkmale des NICHT entscheidungsbefugten und neutralen Dritten ihre Anwendung in den konventionellen forensíschen Verfahren der Streitbewältigung verhindern oder zumindest nur teilweise und methodisch erlauben. Diese formale Auffassung empfindet die integrierte Mediation als restriktiv. Sie stellt bei diesen und anderen Merkmalen auf den materiellen Gehalt der Standads ab, so dass es hier Abweichungen gibt.
Thesen der integrierten Mediation
Definition integrierte Mediation
Neue Verfahrensidentifikation
Es gibt bereits verbriefte Erfahrungen darüber, dass sich ein konsensorientiertes Verhandlungsklima durchaus auch in der anwaltlichen Beratung und im Gerichtsverfahren - also im konfrontativen Umfeld - herstellen lassen. Auch belegt die Studie über das Justizprojekt in Koblenz, dass beispielsweise ein Gerichtsverfahren nach der Implementierung der Mediation im Verständnis der integrierten Mediation ein qualitativ deutlich verändertes Verfahren herbeiführt. JustizprojektWenn die Einbeziehung der Mediation zu einer strukturellen Veränderung der Verfahren führt, bedarf es einer dementprechenden, begrifflichen Kenntlichmachung, wenn diese Verfahren zur Anwendung kommen. Die Bezeichnung dieser Fälle als ein Fall der integrierten Mediation verdeutlicht die andere Verfahrensweise. Sagen Sie einfach wenn Sie auf den Kollegen der Gegenseite treffen:
Wie gehen wir vor? Verfahren wir nach der Integrierten Mediation?
Er wird wissen was gemeint ist und entsprechend den Regeln der integrierten Mediation handeln! |