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Justizprojekt in Österreich
Gerichtsnahe Mediation
2002
Für ein Projekt in Graz wurden in der Zeit vom 3. Juni 2002 bis 31. Oktober 2002 von 27 Richterinnen und Richtern etwa in 452 Gerichtsverfahren den Konfliktparteien ein Mediationsvorschlag unterbreitet. Waren die Parteien mit dem Vorschlag einverstanden, wurde das Verfahren ausgesetzt. Die Parteien wählten aus einer Vorschlagsliste ein Mediationsteam aus und vereinbarten Termin außerhalb des Gerichtsgebäudes. Die Parteien mussten die Mediation nicht bezahlen. Knapp zehn Prozent der Gerichtsverfahren, insgesamt 44 Verfahren, gelangten auf diese Weise in eine (externe) Mediation. Bei 15 Verfahren scheiterte die Mediation schon in der ersten Sitzung. In 21 Fällen wurde Mediation ohne eine Vereinbarung beendet, in sieben Fällen konnten keine Ergebnisse erzielt werden. Nach der Schilderung von Alexander Lison auf dem Mediationskongress Culture meets culture 2003 in Wien, wurde die Mediation im familienrechtlichen Bereich mit 14 Fällen geringer in Anspruch genommen als im wirtschaftlichen Bereich mit 25 Fällen, wohingegen die Einigungsbereitschaft in den Familien und Ehesachen deutlich über den anderen Rechtssachen lag. In einem Resümee fordert Alexander Lison die Informationsangebote bezüglich der Mediation sollten erheblich auszubauen und die Selbstverantwortung der Parteien zu fördern. |