Win-Win-Strategien werden in Konflikten dadurch ermöglicht, dass man Sach- und Beziehungsebene trennt, auf Interessen statt auf Positionen achtet und nach Lösungsoptionen sucht.
Eine solche Vorgehensweise wird oft durch den bekannten Streit um eine Orange zwischen zwei Schwestern illustriert. Möglicherweise müssen beide erst einmal Dampf ablassen, um sich dem Problem überhaupt sachlich nähern zu können (Sach- von der Beziehungsebene trennen). Wenn beide dann auf Ihrer Position (dem Erlangen der Orange) verharren, wird nur eine die Orange erhalten oder die Frucht wird mit dem Messer geteilt. Wenn sie sich aber nach Ihren Interessen fragen, stellt sich heraus, dass die eine Schwester Orangensaft will (und daher das Fruchtfleisch braucht), die andere aber die Schale für einen Kuchen benötigt. So können beide zu 100 % und nicht nur zu 50 % schlimmstenfalls eine von beiden gar nicht - befriedigt werden. Sie können das Problem auch in größeren Einheiten sehen und sich beispielsweise darauf einigen, dass eine von ihnen die Orange behält, weil am nächsten Tag eine weitere Orange zur Verfügung steht (Optionen suchen, hier Kuchenvergrößerung durch Hinzufügen eines vorher nicht im Konflikt enthaltenen Elements).
Konflikte werden in den seltensten Fällen so leicht lösbar sein. Es lässt sich jedoch für alle Konflikte daraus lernen: Nicht alle Konflikte sind im spieltheoretischen Sinne Nullsummenspiele, Beiderseitiger Gewinn ist möglich, wenn man kooperative Strategien verwendet und sich auf Interessen statt auf Positionen konzentriert.
Verfahren
win-win Lösungen sind nur durch konsensuale oder kooperative Verfahren herzustellen. Selbst das in der Bibel beschrieben salominische Urteil ist KEIN Beispiel für eine win-win Lösung, wohl aber für eine gut nach vollziehbare und für gerecht gehaltene Lösung. Typische Verfahren, in denen win-win Lösungen hergestellt werden können sind deshalb ausschließlich kooperative Verfahren wie die Mediation oder die nicht zu einer Entscheidung führende Verhandlung
Mediation
|